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von Sido
21.10.2016
Lissabon im Oktober, ein geileres Los würde mir da in der Champions League spontan gar nicht einfallen. Gerade nachdem das Wetter hier doch stark abgebaut hatte, war die Freude über eine Tour in südlichere Gefilde groß. Somit war das Aufstehen am Montag um 1:30 Uhr auch nur halb so schwer, wie befürchtet (OK, hat schon irgendwie genervt ...). Den zweiten Mann pünktlich um 2 Uhr eingesammelt, ging es dann auch ohne großartige Vorkommnisse nach Frankfurt-Hahn, was ungefähr genauso viel mit Frankfurt zu tun hat, wie der Papst mit dem örtlichen Bordell. Immerhin gibt es einen direkten Busshuttle in die Großstadt, bei dem ich die Fahrzeit im Berufsverkehr gar nicht wissen möchte. In bester Ryanair-Manier ging es nicht nur pünktlich los, sondern man kam drei Stunden später auch pünktlich in der Landeshauptstadt Portugals an und durfte sich erneut über die musikalische Untermalung bei der Fahrt zum Terminal freuen. Noch mehr gefreut hat uns aber der gefühlte First Class Seat direkt am Notausgang. Man muss ja auch mal Glück haben beim Check in!

Vom Flughafen ging es dann für 1,90 € mit der Metro ins Zentrum und zum gebuchten Apartment. Als wir dort im Mittag aufschlugen und unsere am Vorabend angereisten Freunde aus den Federn holten, war direkt klar, dass das Frühstück an uns hängen bleibt. Bewaffnet mit einem ausgiebigen Katerfrühstück ging es dann vom örtlichen Supermarkt zurück ins Apartment und man erfuhr von der Kneipentour am Vorabend. Nach dem Frühstück ging es dann gemeinsam in die Stadt zu einem Stadtrundgang auf Trinkgeldbasis. Hier hatten wir bereits in Porto gute Erfahrungen gemacht. Leider ließen das schlechter werdende Wetter und der Schlafmangel meine drei Mitstreiter nach einer halben Stunde die Segel streichen. Ich hielt allerdings bis zum Ende der zweieinhalbstündigen Tour durch und konnte mir so einen guten Überblick über diese wirklich schöne Stadt verschaffen. Danach suchte ich noch schnell nach etwas Essbarem und traf unterwegs ein paar Freunde in der Stadt. Bei internationalen Reisezielen ist das Reiseziel ja irgendwie auch immer ein Dorf. Froh über das Wiedersehen vernichtete man gemeinsam ein Bierchen am Kiosk und hatte direkt wieder Super Bock. Nach einer guten Stunde machte ich mich dann wieder auf dem Weg zurück zum Apartment und holte meine Mitstreiter erneut aus dem Land der Träume. Nach einer ausgiebigen Dusche ging es dann auch wieder los in einen Pub in der Stadt. Die spontane Verstärkung durch ein paar Freunde wurde auch prompt bei Bier und Burger gefeiert, während man nebenher das Topspiel der Premier League verfolgen konnte. Nach dem Spiel machten wir uns dann erneut auf uns Kneipenviertel, das bereits wieder gut gefüllt war. Bei dem schönen Wetter waren die Straßen voll und so verlebte man einen schönen Abend, der für mich um 2 Uhr in der Früh dann auch sein verdientes Ende fand.

Am nächsten Mittag wurde dann erneut gemeinsam gefrühstückt und ich machte mich früh alleine auf zum Treffpunkt, da ich mir dort noch ein wenig die Beine vertreten wollte und auch noch mein Trikot umtauschen musste. Der Platz füllte sich relativ zügig und nach und nach trafen mehr bekannte Gesichter ein. Auch ein weiteres Mitglied unserer Fanclubs stieß mit einem Freund zu uns, da diese vorher bereits mehrere Tage an der Algarve im Urlaub waren. Bei strahlendem Sonnenschein und glänzender Kaltgetränkversorgung tauschte man Erlebnisse der Vortage aus und schwelgte in Erinnerungen an vergangene Europapokaltouren.

Im späten Nachmittag ging es dann via Metro auf in Richtung Stadion. Eine Bahn brachte uns direkt zur Bahnstation in der Nähe des Gästeeingangs und der allseits beliebte Freund und Helfer sorgte für unsere Sicherheit. So ging es dann im Entenmarsch in Richtung Eingang, wo sich die Einlasskontrollen auch recht lange hinzogen. Schließlich konnte man dann aber doch gemeinsam einen Platz im Oberrang einnehmen und die wenige verbliebene Zeit bis zum Spiel totschlagen. Der BVB startete gut ins Spiel und Auba konnte bereits nach 9 Minuten zum 1:0 einnetzen. Nachdem immer wieder gute Angriffe nach vorne getragen wurden, war es in der 43. Minute dann aber Julian Weigl, der mit einem tollen Schuss aus 18 Metern sein erstes Tor für den Ballspielverein und auch sein erstes überhaupt als Fußballprofi feiern durfte. Es ist einfach eine wahnsinnige Entwicklung, die der Junge in den letzten anderthalb Jahren durchgemacht hat! In der zweiten Halbzeit kam Sporting jedoch deutlich besser ins Spiel und so war es nur eine Frage der Zeit, bis zum Anschlusstreffer der Portugiesen. Dieser fiel dann ausgerechnet durch einen indirekten Freistoß nach einem Rückpass von Bartra in der 67. Minute. So wurde es dann in der Endphase nochmal spannend. Der BVB bemühte sich, sich Luft zu verschaffen, verpasste aber leider den entscheidenden Treffer zu markieren. Die Portugiesen agierten mit zunehmender Härte und schossen dann in den letzten Minuten auch übers Ziel hinaus. Nach einer Verletzung und dem folgerichtigen Schuss ins Aus, spielten die Portugiesen einfach weiter und dachten gar nicht daran, das Spiel ruhen zu lassen oder auch nur den Ball an die Dortmunder zu retournieren. So musste Bürki einen Schuss ins Toraus parieren und somit zur Ecke klären. Nach der Unterbrechung spielte Sporting zwar erneut einfach weiter und versuchte aus der Ecke Gewinn zu schlagen, doch der BVB bedankte sich, indem die Mannschaft die lange Nachspielzeit größtenteils mit gekonntem Zeitspiel überbrückte und den Sieg so nach Hause fuhr. Sehr erwachsene und aufgrund der angeschlagenen Personalsituation keine selbstverständliche Leistung der Mannschaft. Weiter so!

Nach der obligatorischen Blocksperre ging es dann erneut mit Begleitung im Entenmarsch zurück zur Haltestelle der Metro, mit der man zurück zum Treffpunkt fuhr. Dass dieses Prozedere ganze zwei Stunden gedauert hat, ist schon eine bockstarke Leistung. Da kann man ruhig mal klatschen! Die späte Ankunft am Treffpunkt vereitelte auch meine persönliche Abendessensplanung und so kehrte man beim erstbesten Restaurant ein, um noch eine Kleinigkeit zu Essen zu bekommen. Danach ging es dann auch in die Federn, da wir am nächsten Morgen bereits früh zum Flughafen aufbrechen mussten. Der Rückflug verlief ähnlich ereignislos, wie der Hinflug. Die Tatsache, dass der Pilot es nicht ganz schaffte, den sehr geräumigen Zeitplan von Ryanair einzuhalten, hielt ein paar verwirrte Mitreisende nicht davon ab, ihm zu seiner Nichtleistung zu applaudieren. Ich frage mich echt, ob solche Leute auch klatschen, wenn der Linienbus am Ziel eintrifft. Sei es so, die restliche Rückreise wurde erneut mit dem Auto bewältigt und abschließend kann man sagen, dass es mal wieder eine gelungene Auswärtstour war und dass die Europapokaltouren doch das Sahnehäubchen auf der Schwarzwälder Kirschtorte des Fandaseins sind.
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