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von Sido
13.10.2019
Was für eine Auslosung! Seit Jahren schon beschweren sich die Dortmunder ja auf hohem Niveau über die CL-Auslosung. Immer dieselbe Scheiße, schon wieder nach Madrid, etc. Dieses Mal sollte dies anders kommen. Vor der Auslosung war Inter natürlich mein absolutes Wunschlos. Seitdem in der Sommerpause klar war, dass das altehrwürdige San Siro dem Boden gleichgemacht wird, wurde der Wunsch dort noch ein Spiel mit unserem geliebten Ballspielverein zu sehen umso größer. Gepaart mit dem Kracher aus Topf 1 war die Auslosung schon ein voller Erfolg. Aus dem letzten Topf war Prag mein Favorit und obwohl ich mich schon wieder im Bus gen Belgien fahren sah, kam es dann doch anders und wir erwischten mit Slavia einen letzten Kracher. Leider kam mit Prag auch das Ticketproblem. Kleines Stadion bedeutet immerhin auch kleines Gästekontingent.

Nachdem sich also in der betreffenden Messenger-Gruppe zwischenzeitlich um die 20 Mitglieder von uns tummelten, kam die Ernüchterung spätestens bei der Vergabe der Karten durch den BVB. Wir wurden leider nicht berücksichtigt, sodass wir nun genau drei Karten zur Verfügung hatten. Am folgenden Spieltag tauschte man sich mit den anderen Gruppen aus und der Tenor waren Kartenzuteilungen im niedrigen einstelligen Bereich. Einige bereits geplante Busse wurden sogar abgesagt und einfach jeder hatte zu wenig Karten. Über die (Lotto-)Hotline kam ebenfalls nix zählbares rum. Aber nützt ja alles nix und so wurde denn mit drei Leuten geplant. Immerhin konnten wir den letzten Platz im Auto noch durch einen guten Freund aus dem Sauerland füllen, der auch das Glück hatte, eins der seltenen Tickets zu ergattern.

Los ging es für uns dann zu zweit ab Münster in den frühen Morgenstunden des Spieltages. In Bergkamen und Werl noch schnell die beiden anderen Mitfahrer eingesammelt machten wir uns auf den kurzweiligen Weg in die goldene Stadt. Der Weg bis zur Grenze konnte in Windeseile bewältigt werden und so kamen wir bereits im Mittag in Prag an. Ich verstehe nur nicht, wie man ein Mautsystem einführen kann, es aber nicht hinbekommt eine Grenztankstelle zu bauen, an der man die nötigen Vignetten auch käuflich erwerben kann. Naja, nachdem das Auto abgestellt war wurden schnell die Schlüssel vom gebuchten Apartment abgeholt und die Sachen in eben jenem verstaut. Danach ging es auch zügig in die Stadtmitte und zum von SD ausgerufenen Treffpunkt. Hier wurde dann erstmal beschlossen noch einzukehren und was zünftig Lokales zu verspeisen. Das Gulasch war vorzüglich und die ersten Pivos liefen wunderbar kalt die Kehle hinunter. Auch das mittelgute Wetter tat der guten Laune keinen Abbruch. Dafür sorgte dann die Polizei, die nach Wiederankunft am Treffpunkt einfach mal den Platz kesselte und uns ohne Bier im Regen warten ließ. Nach einer knappen Stunde Wartezeit ging es denn unter Begleitung der Sicherheitszuständigen zur eigens bereitgestellten U-Bahn. Diese fuhr dann allerdings nicht bis zum Stadion, sodass der restliche Weg bis dort zu Fuß bewältigt werden konnte. Hierbei wurde schon das ein oder andere Lied gen Plattenbauten gewettert.

Am Stadion angekommen wurden zunächst die Einlasskontrollen überwunden, die sich als überraschend lasch entpuppten. Die Androhung von Einzelkontrollen im Container hatten sich glücklicherweise nicht bewahrheitet, sodass jegliche Materialien (und Gerüchten zu Folge auch einige Kartenlose) den Weg ins Innere fanden. Obwohl das Stadion noch nicht so alt ist, gehört es definitiv nicht zu der Kategorie Einheitsbrei, das konnte also schonmal überzeugen. Wir positionierten uns im Block auf der linken Seite zusammen mit den befreundeten SD-Gruppen und vertrieben uns die Zeit bis zum Anpfiff beim Plausch und Kaltgetränken. Hier möchte ich aber mal kurz ein dickes Lob für das Catering des Gastgebers loswerden. Wenn ich mit zwei Pfandbechern zur Theke gehe, ein neues Bier bestelle und zusätzlich zum Bier auch noch Wechselgeld wiederbekomme, dann läuft einiges richtig. Wenn die deutschen Vereine sich doch dort mal eine Scheibe von abschneiden würden. Abgesehen davon war die Wurst ne glatte 1!

Das Spiel startete und die Borussen begannen immer wieder Angriffe vorzutragen, die dann in der 35. Minute mit dem 1:0 durch Hakimi belohnt wurden. Nachdem nach Wiederanpfiff die 2:0 Führung durch Sancho knapp verpasst wurde kam Slavia aber besser ins Spiel und spielte sich einige Chancen heraus. Durch den deutlich offensiveren Auftritt wurde es zunehmend spannender und es gab Chancen auf beiden Seiten und viele umkämpfte Bälle im Mittelfeld. Hakimi war es denn erneut, der uns in der 89. erlöste und zum 2:0 Endstand für Borussia einnetzte. Ähnlich dem Auf und ab im Spiel gestaltete sich auch die Stimmungslage im Block. In der ersten Halbzeit durchaus gut flachte es ein wenig ab, wobei es zum Ende hin nochmal laut wurde. In Summe aber ein grundsolider Auftritt, mit dem man sich nicht verstecken braucht. Die Heimseite blieb eher durch die drei Choreoes in Erinnerung, wobei es zwischenzeitlich auch kurzzeitig brachial laut wurde als das ganze Stadion in die Gesänge der Heimkurve einstieg. Dies konnte allerdings nie lange gehalten werden und gemessen an der Masse der Leute wurden dort auch nicht unbedingt Bäume ausgerissen. Nach Abpfiff holte sich die Mannschaft noch den verdienten Applaus ab und wir machten uns nach der kurzen Blocksperre wieder auf den Marsch zurück zur Bahnstation.

Zurück in der Stadt suchten wir kurz unser Apartment auf und verstauten unsere Klamotten, um dann nochmal die Kneipen der Stadt unsicher zu machen. Hier traf man auch erneut auf die mitgereisten Kartenlosen, die es leider nicht ins Stadioninnere geschafft hatten, sich aber sichtbar am Glas nicht zurückgehalten hatten. Stramme Leistung Jungs! Zusammen mit einigen anderen Gruppen und Einzelpersonen wurde dann noch ein Pub aufgesucht und zu bester Musik gefeiert. Zumindest so lange, bis die Kellnerinnen bereits eine Stunde vor eigentlichem Ladenschluss die Zapfhähne abdrehten und uns somit in die Nacht entließen. Hier warteten auch bereits freundliche junge Männer, die uns mit Gratisbier und Banana Massage in die besten Hot Muschi Bunker Clubs von Prag lotsen wollten. Wir widerstanden den superseriösen Angeboten, versorgten uns stattdessen noch mit frischen Kaltgetränken an der Bude um die Ecke und ließen den deutlich fortgeschrittenen Abend im Apartment ausklingen.

Am nächsten Morgen ging es dann noch auf einen kurzen Stadtrundgang durch die schöne Altstadt Prags und über die Karlsbrücke zur Prager Burg. Nachdem dies alles abgehakt wurde, kehrte man erneut zum Mittag ein und machte sich danach wieder auf den Heimweg. Im frühen Abend erreichten wir dann auch alle wieder heimische Gefilde und fielen völlig erschöpft in die Federn. Danke an meine Mitfahrer für eine wiedermal sehr gelungene Tour!
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