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von Fips
18.12.2019
Mindestens einmal im Jahr muss der BVB in München antreten. Noch zu Frankfurter Zeiten verglich der mittlerweile ehemalige Bayern-Coach Nico Kovac dieses Auswärtsspiel mit dem jährlichen Zahnarztbesuch, auf den man zwar keinen Bock hat, aber der irgendwie sein muss.

Der letzte Sieg in einem Ligaspiel in Fröttmaning datiert auf den 12. April 2014 zurück. Torschützen für den BVB waren damals neben Marco Reus auch die in Dortmunder Vergessenheit geratenen Henrikh Mhkitaryan und Jonas Hofmann. Dass aber auch Manuel Friedrich, Milos Jojic und in rot Toni Kroos auf dem Platz standen, unterstreicht noch einmal wie a absurd lange es her ist. Robert Lewandowski lief noch in Gelb auf und Trainer unserer Mannschaft war ein gewisser Jürgen Klopp. In der Zwischenzeit hat sich der BVB in fünf Spielen in München eine Tordifferenz von 22:3 gegen sich erkämpft – im Schnitt ist es ein 4,5 zu 0,6. In den letzten beiden Jahren waren die Auftritte hier mit einer 0:6 und einer 0:5 Niederlage besonders desolat. Keiner der vier Trainer, die seitdem beim BVB auf der Bank saßen, haben einen Weg gefunden, eine relevante Änderung herbeizuführen. So sollte Lucien Favre eine zweite Gelegenheit erhalten in München als Sieger vom Platz zu gehen.

Im Vorfeld überschlug sich mal wieder die Presse mit Superlativen zu diesem deutschen Classico. Die beiden besten deutschen Teams treffen aufeinander. Das ganze Land steht still. Wichtiger als Bundestagswahl, Ostern und Weihnachten an einem Tag. Dass die Sportjournalisten in Anbetracht der chronischen Unterlegenheit des BVB nicht irgendwann müde werden, immer wieder die gleiche Leier zu spielen, ist die eigentliche Sensation an diesem Spiel.

In diesem Jahr sollte ein Sonderzug Teile des Dortmunder Anhangs zum Münchner Ostbahnhof bringen und von dort aus zum Stadion. Die Zugfahrt war weitestgehend unspektakulär und verflog bei Bier, Brötchen und Musik. Parallel trafen sich zwei weitere aus der Gruppe bzw. dem Umfeld in München am Ostbahnhof um dort zur Gruppe zu stoßen. Im letzten Moment wurde der Zug aber umgeleitet und sollte nun ohne Vorankündigung im Hauptbahnhof enden. Danke Söder! So kam es erst zu einem Treffen der Gruppe am neuen Gästeeingang. Hier hat die bajuwarische Bürokratie mal wieder ganze Arbeit geleistet. Eingang für die Gästeblöcke ist nun nicht mehr an der Seite wie zuletzt, sondern man darf bereits an der U-Bahn-Station in die andere Richtung gehen um einen elendigen Feldweg entlangzugehen, dessen Beschaffenheit ausgelegt ist für einen kleinen Sommerspaziergang im Grünen aber sicher nicht für die Menschenmassen des Gästeblocks an einem regnerischen Herbsttag. Aber was tut man nicht alles für die Sicherheit. Ob es sinnbefreiter ist, dass man nach der Kontrolle mit allen Roten auf einer Plattform landet oder dass man nach dem Spiel denselben Weg zur U-Bahn nimmt wie alle übrigen Arena-Touristen darf jeder selbst entscheiden. Das Münchner Fanprojekt, die vor dem Spiel auch am Gästeblock die Dortmunder Kollegen zu dem neuen Sicherheitskonzept abholten, gerieten auf jeden Fall ins Stottern, als sie erklären mussten, dass nur in besonderen Ausnahmefällen hin und Rückweg über diesen Weg laufen dürfen, da es sich bei dem Wald auf der anderen Seite der Gleise um ein Naturschutzgebiet handelt und zum Schutze der Natur auch das Umweltamt der Nutzung dieses Weges für den Rückweg zustimmen muss.

Nun zur Chronistenpflicht: Nach 0:6 vor zwei Jahren und 0:5 im Jahr davor konnte der BVB die steigende Tendenz bestätigen und verlor mit 0:4. Besser also als der Schnitt der letzten fünf Jahre. Respekt. Dafür ne Prämie für jeden. Für den Anhang der Roten muss das Ergebnis einer schallenden Niederlage gleichen, denn bereits ab der 75. Minute, etwa als das 0:4 fiel bewegten sich Massen raus aus dem Stadion, die man getrost als mittlere Menschenwanderung bezeichnen könnte.

Auf dem Rückweg durften die Dortmunder, die in den Sonderzug wollten doch noch einmal vorbei an dem Naturschutzgebiet den neuen Weg nutzen. Alle weiteren verabschieden sich und gingen über die bekannten verschlungenen Wege zur selben U-Bahn-Station.
Es bleibt also alles wie immer. Dortmund kriegt auf die Fresse, irgendein Bayer hat eine beschissene Idee unter der alle anderen leiden müssen und sonst ist nichts Bedeutendes passiert. Oder in Franz Beckenbauers Worten: „We call it a Classic.”
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